CMI Maristenbrüder

Literaturtipps

Literaturtipps

Literaturtipps Fiction

The Hate U Give – Angie Thomas

„Als ich zwölf war, führten meine Eltern zwei Gespräche mit mir. Das eine war das übliche, über Blumen und Bienen. […]Das zweite Gespräch handelte davon, was zu tun ist, wenn man von einem Cop angehalten wird. Momma regte sich auf und meinte zu Daddy, ich sei noch zu jung dafür. Er konterte, dass ich auch nicht zu jung sei, um verhaftet oder erschossen zu werden.“

Starr ist in zwei Welten zu Hause: in dem weißen Viertel, in dem sie aufgewachsen ist, und in ihrer überwiegend weißen Privatschule. Als ihr bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, muss Starr sich entscheiden: Wird sie schweigen oder ihre Stimme erheben?

Sehr blaue Augen von Toni Morrison

 “Beauty was not simply something to behold; it was something one could do.”

 „Ich zerstörte weiße Babypuppen.“ Die Reaktion eines kleinen Mädchens, das nicht versteht, warum es nicht so blaue Augen hat wie die Puppen (die es nicht besitzt) oder wie die Kinder in der Schulfibel. Und warum haben alle, die das kleine Mädchen kennt, braune Augen und braune Haut – Mutter, Vater und Schwester, angesehene Gemeindemitglieder und Prostituierte?

Nobelpreisträgerin Toni Morrison hat in ihrem Romandebüt mit eindringlicher Schlichtheit beschrieben, was es heißt, als Schwarze in einer schwarzweißen Welt aufzuwachsen, einer Welt mit Ein- und Ausgrenzung, Wundern und Schrecken …

Wer die Nachtigall stört von Harper Lee

 “I wanted you to see what real courage is, instead of getting the idea that courage is a man with a gun in his hand. It’s when you know you’re licked before you begin but you begin anyway and you see it through no matter what. You rarely win, but sometimes you do.”

Harper Lee beschwört in Wer die Nachtigall stört den Zauber und die versponnene Poesie einer Kindheit tief im Süden der Vereinigten Staaten, in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Geschwister Scout und Jem Finch wachsen in einer äußerlich idyllischen Welt heran, erzogen von ihrem Vater Atticus, einem menschenfreundlichen Anwalt. Auf den weiten Rasenflächen des fiktiven Örtchens Maycomb, Alabama, auf denen weiße Villen und tropische Bäume stehen, erfahren sie die Freuden und Geheimnisse des Heranwachsens. Doch durch die alte Gesellschaft des Südens ziehen sich tiefe Risse: zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Arm und Reich. Als Scouts Vater, der Anwalt, die Verteidigung eines schwarzen Landarbeiters übernimmt, der ein weißes Mädchen vergewaltigt haben soll, erfährt die Achtjährige staunend, dass die Welt viel komplizierter ist, als sie angenommen hat. Tapfer versucht sie, die demokratischen Gerechtigkeitsideale ihres Vaters gegen alle Anfechtungen hochzuhalten, und gerät selbst in Gefahr.

Plantation Memories von Grada Kilomba

„When they speak it is scientific,

when we speak it is unscientific.

Universal/specific;

Objective/subjective;

Neutral/personal;

Rational/emotional;

Impartial/partial;

They have facts, we have opinions;

They have knowledge, we have experiences.“

›Plantation Memories‹ ist eine Zusammenstellung von Episoden des alltäglichen Rassismus, die in Form von psychoanalytischen Kurzgeschichten geschrieben wurden. Von der Frage ›Woher kommst du?‹ Über Haarpolitik bis zum N-Wort ist das Buch ein starkes, eloquentes und ausgearbeitetes Werk, das die Normalität des alltäglichen Rassismus dekonstruiert und die Gewalt der Platzierung als der Andere Aufdeckt. Das Buch ist bisher nur auf Englisch erschienen.

Die Dinge, die ich denke, während ich höflich lächele von Sharon Dodua Otoo

 „Ich gab Gabi den Spitznamen „Die Australierin“, weil ich dachte, dass sie sich in einer anderen Zeitzone befindet.“

P Nach jahrelanger aktivistischer Tätigkeit in der Schwarzen deutschen Community setzt Sharon Dodua Otoo auch auf dem literarischen Feld weiterhin auf Empowerment. In die Trennungsgeschichte einer in Deutschland lebenden Schwarzen britischen Frau fließen ihre Beobachtungen über Alltagsrassismus und Privilegien mit ein.

Literaturtipps Non-Fiction

Sprache und Sein von Kübra Gümüşay

„Nehmen wir ein Wort: Fremde. Ein Wort, mit dem Deutschsprechende auch andere Deutschsprechende bezeichnen, die sie als Fremde empfinden, obwohl sie keine sind. Obwohl sie womöglich in keiner anderen Sprache zu Hause sind als der deutschen. Wir, die Fremden, wachsen auf in einer Sprache, in der wir als Sprechende nicht vorgesehen sind.“

Wie können wir als Gesellschaft über unsere Probleme sprechen, ohne den Hass der Rechten zu nähern – respektvoll, wohlwollend, ohne Angst vor Fehlern? Wie können wir frei sprechen?

Exit Racism von Tupoka Ogette

„Die Auseinandersetzung mit den bewussten und vor allem unbewussten Wirkmechanismen von Rassismus eröffnen einen neuen Blick auf uns selbst, auf die Menschen, mit denen wir leben, und auf unsere Welt. “

Tupoka Ogette zeichnet in Exit RACISM die Entstehungsgeschichte des Rassismus, mit besonderem Blick auf Deutschland, nach und erklärt die fast unsichtbaren rassistischen Strukturen, die sich in unserem Denken und Handeln festgesetzt haben. Das Buch soll möglichst viele Menschen mit auf eine rassismuskritische Reise nehmen.

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen: aber wissen sollten von Alice Hasters

Warum ist es eigentlich so schwer, über Rassismus zu sprechen?

„Darf ich mal deine Haare anfassen?“, „Kannst du Sonnenbrand bekommen?“, „Wo kommst du her?“ Wer solche Fragen stellt, meint es meist nicht böse. Aber dennoch: Sie sind rassistisch. Warum, das wollen weiße Menschen oft nicht hören.

Alice Hasters erklärt es trotzdem. Eindringlich und geduldig beschreibt sie, wie Rassismus ihren Alltag als Schwarze Frau in Deutschland prägt. Dabei wird klar: Rassismus ist nicht nur ein Problem am rechten Rand der Gesellschaft. Und sich mit dem eigenen Rassismus zu konfrontieren, ist im ersten Moment schmerzhaft, aber der einzige Weg, ihn zu überwinden.

Eure Heimat ist unser Albtraum herausgegeben von Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah

„Wir sind die Alternative für Deutschland.“ Sasha Marianna Salzmann

„Das sind die Stimmen, die wir hören müssen. Damit es in diesem Land nicht noch finsterer wird.“ Margarete Stokowski

Wie fühlt es sich an, tagtäglich als „Bedrohung“ wahrgenommen zu werden? Wie viel Vertrauen besteht nach dem NSU-Skandal noch in die Sicherheitsbehörden? Was bedeutet es, sich bei jeder Krise im Namen des gesamten Heimatlandes oder der Religionszugehörigkeit der Eltern rechtfertigen zu müssen? Und wie wirkt sich Rassismus auf die Sexualität aus?

Schwarzer Feminismus von Natasha A.Kelly

 »Bin ich etwa keine Frau? Sehen Sie mich an! Sehen Sie sich meinen Arm an! Ich habe gepflügt, gepflanzt und die Ernte eingebracht, und kein Mann hat mir gesagt, was zu tun war! Bin ich etwa keine Frau?« – Sojourner Truth, 1851

Als Sojourner Truth während ihrer Rede auf einem Frauenkongress in Akron, Ohio, die Frage stellte, ob sie denn keine Frau sei, brachte sie eine Debatte ins Rollen, deren Ausmaß nicht abzusehen war. Sie hatte nämlich gleichermaßen weiße Frauen für den Rassismus und Schwarze Männer für den Sexismus kritisiert, den sie Schwarzen Frauen jeweils entgegenbrachten. Erst Ende des 20. Jahrhunderts, also fast 150 Jahre später, erhielt diese spezifische Form der Mehrfachdiskriminierung einen Namen. Es war Kimberlé Crenshaw, die 1989 den Begriff der ›Intersektionalität‹ prägte, der seitdem aus feministischen Diskursen nicht mehr wegzudenken ist.

Doch wie verliefen die Schwarzen feministischen Debatten bis dahin? Vor welchen Herausforderungen standen Schwarze Frauen im Globalen Norden? Und was können wir heute von ihnen lernen?

Deutschland Schwarz Weiß von Noah Sow

 „Ja es ist schade, wenn gleich zu Anfang eines Buches die Welt in weiß und schwarz eingeteilt wird. Zum einen ist es aber leider nicht möglich Rassismus zu überwinden ohne seine Konstrukte Schwarz und Weiß während dieses Prozesses zu benennen, mit dem leeren Ziel, dass wir das alles eines Tages nicht mehr nötig haben (…)“

 In der Schule lernen wir, dass alle Menschen gleich seien. Gleichzeitig lernen wir jedoch »Grundwissen«, das noch aus der Kolonialzeit stammt. In deutlicher Sprache und mit tiefgründigem Humor entlarvt die bekannte Künstlerin und Aktivistin Noah Sow den Alltagsrassismus, der uns in Deutschland täglich begegnet. So zeigt sie etwa, wie selbst die UNICEF-Werbung sich rassistischer Klischees bedient, und warum es schlimmer ist, »Die weiße Massai« zu Ende zu lesen, als nicht zur Lichterkette zu gehen.

Rassismus zu bekämpfen heißt zunächst einmal, ihn zu verstehen. Dieser Prozess wird auch für Angehörige der Mehrheitsgesellschaft nicht ganz schmerzfrei vonstattengehen können. Aber wie nicht zuletzt Noah Sows Buch deutlich macht: lohnen wird es sich allemal, und zwar für alle.

Woher kommt der Hass? Von Anne Otto

Rassismus, rechtsextreme Gesinnungen und die aggressive Herabsetzung »der anderen« sind wieder erschreckend salonfähig geworden. Wie ist das möglich? Woher kommt dieser Hass? Anne Otto fragt nach den psychologischen Mechanismen, die dazu beitragen, dass Menschen sich wieder offen rassistisch äußern, nach Autoritäten verlangen oder sogar überzeugt Blut- und Boden-Ideologien vertreten. Ein wichtiges Buch, das auf einzigartige Weise Licht in die dunklen Kellerräume unseres Fühlens und Denkens bringt.

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